15.01.2024 – Zusammenfassung
Die Krise am Roten Meer ist (noch) kein Warnsignal für die Weltwirtschaft. Die Angriffe der Houthi im Roten Meer haben eine wichtige Handelsroute unterbrochen, was zu einer kostspieligen und zeitaufwändigen Umleitung um Afrika herum führt. Die Preise für die Schifffahrt, einschließlich der Containerfracht, sind seit November 2023 um 240 % gestiegen und haben damit das Niveau von Q4 2022 erreicht, liegen aber vorerst deutlich unter dem Höchststand von 2021. Kurzfristige Unterbrechungen würden die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft in Grenzen halten. Da die Nachfrage in den USA und in Europa -10 % unter diesem Niveau liegt, sind die Lagerbestände nach wie vor hoch, und die Gewinnspannen der Industrieunternehmen haben Spielraum, um Preissteigerungen bei den Vorleistungen aufzufangen. Sollte die Krise jedoch mehrere Monate andauern, würde eine Verdoppelung der Schiffspreise die weltweite Inflation um +0,5 Prozentpunkte in die Höhe treiben, was zu einem Rückgang des BIP-Wachstums um -0,4 Prozentpunkte führen würde. Die Energiepreise sind der anfälligste Faktor, da 12 % des auf dem Seeweg beförderten Öls und 8 % des verflüssigten Erdgases durch den Suezkanal transportiert werden, wodurch die Energiepreise in Europa weiterhin stark schwanken.